Klusmann-Bericht bestätigt: Russische Zahlungen an Dokumentarfilmer waren NDR unbekannt

(SeaPRwire) –   HAMBURG, Deutschland, 25. Januar 2024 — Bildmaterial ist verfügbar bei  –

Die von NDR in Auftrag gegebene Untersuchung im Fall Hubert Seipel wurde abgeschlossen. Der Bericht des ehemaligen Spiegel-Chefredakteurs Steffen Klusmann bestätigt ein Fehlverhalten des freien Autors. Hubert Seipel hätte seine Sponsoring-Verträge gegenüber NDR offenlegen müssen. In Bezug auf NDR und ARD gab es keine Hinweise darauf, dass die am Produktionsprozess Beteiligten von den russischen Zahlungen wussten oder finanziell davon profitierten.

Auch der Vorwurf, Seipel habe die Biografie “Ich Putin” beim Kreml vor der Ausstrahlung “absegnen” lassen, hat sich nicht bestätigt. Hubert Seipel behauptet bis heute, dass sein russischer Sponsor seine Buchprojekte oder die Filme nicht beeinflusst habe. Allerdings kommt der Bericht zu dem Schluss, dass der Autor “bestechbar durch Nähe” gewesen sei. Seipel habe wegen seines exklusiven Zugangs zu Putin notwendigen Abstand verloren. Auch der Verdacht, NDR habe eine “Warnung” vor Seipel oder russischem Einfluss missachtet, habe sich nicht bestätigt, da es keine konkrete und belegte Warnung gegeben habe.

Obwohl es keine Hinweise darauf gab, dass NDR-Mitarbeiter ihre Pflichten vernachlässigt hätten, kommt der Bericht zu dem Schluss, dass Seipel über die Jahre stark umworben worden sei und nicht genügend kritische Prüfung erfahren habe.

Joachim Knuth, Intendant bei NDR: “Ich möchte dem Team für den Bericht danken. Er zeigt eindeutig, dass bei NDR niemand von dem Geldfluss an Hubert Seipel aus Russland wusste, weil der Autor dies verschleiert hatte und es keine anderen Hinweise gab. Der Bericht gibt uns auch wertvolle Anregungen. Wir werden künftig das Verhältnis von Nähe und Distanz zu Protagonisten in großen Biografien sowie von Skepsis und Begeisterung – insbesondere bei besonders starken Stoffen – noch klarer ausbalancieren. Ich habe nun drei Kolleginnen und Kollegen aus den Redaktionen und der Rechtsabteilung gebeten, die Anregungen aus dem Bericht von Steffen Klusmann in konkrete Handlungsempfehlungen für uns zu übersetzen.”

Zum Bericht

Der Klusmann-Bericht recherchiert, an welchen Projekten Seipel konkret zwischen 2009 und 2017 gearbeitet hat und unter welchen Bedingungen Dokumentationen und Buchprojekte über Russland und andere Themen zustande kamen. Im Fokus stehen dabei die Doku “Ich, Putin” (2012) und “Putin – Das Interview” (2014). Dr. Michael Kühn, der auch für Compliance-Fragen zuständige Rechtsdirektor des NDR, beleuchtete für den Bericht die rechtliche Dimension des Falles Seipel. Klusmann und Kühn sichteten zahlreiche Dokumente für den Bericht, bewerteten Seipels Filme journalistisch und kontaktierten rund 40 Personen. Darunter war auch Hubert Seipel selbst, der Fragen schriftlich beantwortete. Die Russland-Expertin Dr. Gesine Dornblüth ordnete Seipels Filme in die Produktionszeit ein. Dornblüth arbeitete von 2012 bis 2017 als Moskau-Korrespondentin für Deutschlandradio.

Der Klusmann-Bericht und das Gutachten von Dr. Gesine Dornblüth zu Seipels Filmen sind auf der NDR-Website verfügbar.

Kontakt:

Norddeutscher Rundfunk
Unternehmenskommunikation
Presse und Kommunikation
Mail:

+49(0)40/41562300

Der Artikel wird von einem Drittanbieter bereitgestellt. SeaPRwire (https://www.seaprwire.com/) gibt diesbezüglich keine Zusicherungen oder Darstellungen ab.

Branchen: Top-Story, Tagesnachrichten

SeaPRwire liefert Echtzeit-Pressemitteilungsverteilung für Unternehmen und Institutionen und erreicht mehr als 6.500 Medienshops, 86.000 Redakteure und Journalisten sowie 3,5 Millionen professionelle Desktops in 90 Ländern. SeaPRwire unterstützt die Verteilung von Pressemitteilungen in Englisch, Koreanisch, Japanisch, Arabisch, Vereinfachtem Chinesisch, Traditionellem Chinesisch, Vietnamesisch, Thailändisch, Indonesisch, Malaiisch, Deutsch, Russisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und anderen Sprachen.